STAATLICHE WILLKÜR & ENTEIGNUNG

von Unternehmen in Karl-Marx-Stadt 1953 und 1972 am Beispiel zweier Familienunternehmern

14. Apr 2025
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Seminarraum Stadtbad Chemnitz
Mühlenstraße 27 Chemnitz
Das Auslöschen von Unternehmertum und Eigeninitiative war das Ziel der SED seit Gründung der DDR. Einen Höhepunkt stellt das Jahr 1953 dar. Von da an wurde in Abstimmung mit der Sowjetischen Führung eine Duldungsphase eingeleitet, die jedoch mit der Enteignungskampagne im Jahr 1972 ein jähes Ende fand. Mit diesem 4. Vortrags- und Zeitzeugenabend setzen wir unsere Veranstaltungsreihe fort, die an das Auslöschen von schöpfer-ischer Eigeninitiative erinnert und das Ringen der Unternehmer um Freiraum und Selbständigkeit würdigt.

Am Beispiel des Familienunternehmens Möbelhaus Moritz Lippmann wird die ideologisch motivierte Kriminalisierung von Unternehmertum sichtbar. Wir geben Einblick in die Enteignungskampagne 1972 am Beispiel des Familienunter-nehmens Armaturenfabrik Lindner & Co. Rabenstein.

Die Staatssicherheit der DDR hat von Anfang an die Aufgabe übernommen, Verdrängung und Enteignung zum Erfolg zu führen. Die konspirative Gewinnung von Inoffiziellen Mitarbei-tern auch in den Reihen der Komplementäre (Anteilseigner von Betrieben mit staatlicher Beteiligung) und vor allem in den Blockparteien beginnt in den 50er Jahren und sichert die Unter-drückung jeglichen Widerstandes ab. Wir stellen Dokumente aus dem Stasiunterlagenarchiv vor und ordnen sie ein. Es werden die ideologischen Hintergründe von staatlicher Willkür bis hin zur Enteignung sichtbar.

Besichtigung
Möbelhaus Moritz Lippmann, Schaufenster Mühlenstraße 34/36

Anschließend: Fortsetzung der Veranstaltung im Seminarraum des Stadtbades

Einführungsvortrag
Holger Bartsch, Kulturhaupstadtpfarrer
Kriminalisierung und Verdrängung von Unternehmern im Spiegel der Dokumente des Stasiunterlagenarchives bis zur Enteignungskampagne 1972

Interview
Günter Lippmann (Enkel von Moritz Lippmann)
Adrian Lippmann (Urenkel von Moritz Lippmann)

Podiumsgespräch
Stefan Lindner, Armaturenfabrik Lindner & Co. Rabenstein, ab 1972 VEB Armaturenwerk Karl-Marx-Stadt, ab 1991 Lindner Armaturen GmbH

Katrin Göthel und Karen Friedemann (Urenkelinnen von Moritz Lippmann)

Dr. Sebastian Liebold, Historiker, Referent für internationale Beziehungen IHK Chemnitz

Holger Bartsch

Stephan Tischendorf, Moderation – Evangelisches Forum Chemnitz

Online/Offline
Präsenz
Veranstaltungsort
Seminarraum Stadtbad Chemnitz
Mühlenstraße 27
09111 Chemnitz
Art der Veranstaltung
Fortbildungen/Seminare/Vorträge
Zielgruppe
Alle
Veranstalter
Arbeitsstelle für Kulturhauptstadt Chemnitz 2025
Theaterstraße 25

09111 Chemnitz

holger.bartsch@evlks.de

https://kulturkirche2025.de/